Grüner Wasserstoff: Niederlande und Deutschland ideale Standorte

von | 18. Jan 2023 - 11:16 | Wirtschaft

Cep-Studie zeigt regionale Chancen der europäischen Wasserstoffwirtschaft auf. EU-Bürokratie könnte jedoch zum Hindernis werden.

Grüner Wasserstoff gilt als Schlüsselelement im Kampf gegen den Klimawandel, der vor allem die Dekarbonisierung von Industrie und Schwerlastverkehr vorantreiben soll. Seine Herstellung erfolgt klimafreundlich durch Elektrolyse mithilfe Erneuerbarer Energien wie Windkraft. Das Centrum für Europäische Politik (cep) hat nun die nach eigenen Angaben erste Analyse zu regionalen Chancen der europäischen Wasserstoffwirtschaft vorgelegt. Als künftiges Wasserstoffzentrum der EU sieht die Studie die Niederlande und Deutschland, hier insbesondere das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Mit ihrer Industriestruktur seien sie ideale Wasserstoffabnehmer und hätten zugleich das europaweit größte Potenzial zu seiner Erzeugung, da die nahe gelegene Nordsee für Offshore-Windparks genutzt werden könne.

Abgesehen von dem deutsch-niederländischen Cluster bieten auch einige Mittelmeerregionen gute Voraussetzungen zur Schaffung eines europäischen Hydrogen Valleys, befindet Studienautor André Wolf. Frankreich und Italien mit den Wirtschaftszentren rund um Paris bzw. Mailand und Turin müssten aufpassen, beim Wasserstoff nicht den Anschluss zu verlieren, warnt der cep-Experte.

Auch Brüssels Bürokratie könnte zum Hindernis werden und den Weg zur Wirtschaftlichkeit ausbremsen. Wolf fordert daher, EU-Fördergelder zielgerichtet einzusetzen und die Voraussetzungen für den Aufbau einer grenzüberschreitenden Transportinfrastruktur zu schaffen.

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