Neue Handelsdaten aus China deuten auf eine deutliche Verschiebung bei der Versorgung mit den strategisch wichtigen Metallen Gallium und Germanium hin. Wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen der chinesischen Zollbehörden hervorgeht, ist Japan infolge verschärfter Exportkontrollen faktisch von Lieferungen abgeschnitten.
Offiziell richtet Peking die Maßnahmen gegen militärische Endnutzer. De facto kommt dies jedoch einem Exportstopp gleich – mit potenziell erheblichen Folgen für Japans Hightech-Industrie. Noch 2025 war Japan wichtigster Abnehmer von chinesischem Gallium und zählte auch bei Germanium zu den zentralen Importländern. Beide Metalle sind essenziell für die Halbleiterproduktion und andere Schlüsseltechnologien.

Chinas Gallium-Exporte in den letzten Monaten.
Auffällig ist die starke Konzentration der Lieferströme: Deutschland war im Januar und Februar der einzige Abnehmer von Gallium und erhielt 6.000 beziehungsweise 5.000 Kilogramm. Die Germaniumexporte brachen im Januar auf nur noch 93 Kilogramm ein – ein Rückgang um rund 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Geliefert wurde in diesem Zeitraum lediglich an Kasachstan, Südkorea, die Türkei und Taiwan.
Im Februar erholten sich die Ausfuhren auf 736 Kilogramm. Der Großteil entfiel mit 600 Kilogramm auf Russland, kleinere Mengen gingen nach Thailand, Südkorea und Italien.

Chinas Ausfuhren von Germanium in den letzten Monaten.
China hatte bereits 2023 Exportkontrollen für beide Metalle eingeführt und dies mit ihrer möglichen militärischen Verwendung begründet. Seither unterliegen die Handelsströme starken Schwankungen. Lieferungen hängen zunehmend von Genehmigungen und den politischen Beziehungen zu den jeweiligen Empfängerländern ab.
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