Kann das neue Jahr für die Privatanleger so erfolgreich verlaufen wie 2025? Das wird vor allem von den Edelmetallen und den Aktienbörsen abhängen. Die Investmentprofis sind zum Jahreswechsel überwiegend zuversichtlich.
Nach meiner Einschätzung ist es zu Beginn eines Jahres zu früh für Kursprognosen, zumal 2026 noch mehr Fragezeichen im Raum stehen als im alten Jahr. Sinnvoll erscheint mir, wenn langfristig denkende Privatanleger an den jüngsten Gewinnern festhalten, also vor allem an Aktien und Edelmetallen. Und wo sollten Sie sich informieren, geschätzte Leser? Eine Umfrage liefert Orientierung.
Finanzentscheidungen sehr persönlich geprägt
Wer sich heute mit seinen Finanzen auseinandersetzt, hat bekanntlich Zugang zu einer Vielzahl von Informationsquellen und Entscheidungshilfen. Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Deka zeigt, dass viele Anlegerinnen und Anleger zur Entscheidungsfindung nur wenige Vertraute hinzuziehen. So verlassen sich 40 Prozent der Befragten auf ihre eigene Einschätzung oder ziehen lediglich eine weitere Meinung hinzu. 23 Prozent treffen ihre Entscheidungen sogar völlig allein. Dabei zeigt sich: Je älter, desto höher ist der Anteil von Alleinentscheidern. Während es bei den jüngsten Befragten zwischen 18 und 30 Jahren nur 17 Prozent sind, verlassen sich 26 Prozent der 46- bis 64-Jährigen und 29 Prozent der 65- bis 75-Jährigen bei Finanzentscheidungen nur auf sich selbst.
„Das spricht auf der einen Seite für das Know-how, das man im Laufe der Zeit aufbaut. Das Wissen sollte aber regelmäßig aufgefrischt werden, denn Märkte und Produkte ändern sich laufend und haben automatisch auch Auswirkungen auf Finanzentscheidungen im Hier und Jetzt“, sagt Michael Rosbach, Leiter Vertriebsstrategie und Marktinitiativen der DekaBank.
Über alle Altersgruppen hinweg bleibt: Wer sich austauschen möchte, tut dies lieber persönlich. Digitale Hilfen wie KI und Chatbots werden nur bei 9 Prozent der Befragten als Entscheidungshilfe in Betracht gezogen. Selbst bei der digitalaffinen Gruppe zwischen 18 und 30 Jahren rangieren sie mit 16 Prozent nur auf Rang 8. „Finanzentscheidungen sind häufig von großer Tragweite und knapp gefasste Allround-Anlagetipps können die Vielfalt der Lebenswege nicht erfassen. Anlegerinnen und Anleger sollten die Chance nutzen, individuell auf sie zugeschnittene Perspektiven zu erhalten“, sagt Michael Rosbach.
Junge Menschen suchen Orientierung bei den Eltern
Junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren beziehen vor allem ihre Eltern in Finanz- und Anlageentscheidungen ein, Väter (36 Prozent) etwas häufiger als Mütter (32 Prozent). Das liegt weit vor dem Anteil, den Partner/Partnerin (20 Prozent/18 Prozent) oder Freunde/Freundinnen (21 Prozent/11 Prozent) in dieser Altersgruppe haben. „Die Erfahrung der Eltern kann eine wertvolle Orientierung bieten. Aber: Lebenswege sind heute andere als noch vor 20 Jahren. Deshalb ist wichtig, sich umfassend zu informieren und alle Optionen zu kennen, um eine gute Entscheidung treffen zu können“, so Rosbach.
Über die Umfrage
Beim Deka-Anlegermonitor handelt es sich um eine bevölkerungsrepräsentative Befragung, die dreimal jährlich von YouGov im Auftrag der Deka durchgeführt wird. An der aktuellen Online-Umfrage, die vom 21. Juli bis zum 1. August stattfand, nahmen 4.134 Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren teil. Die Deka-Gruppe, bestehend aus der DekaBank Deutsche Girozentrale (DekaBank) und ihren Tochtergesellschaften, ist das Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen und Teil der Sparkassen-Finanzgruppe.
Dax-Dividenden 2026 stabil erwartet
Die Ausschüttungen werden im kommenden Jahr zwar keine neuen Rekordstände markieren, mit einem zu erwartenden Volumen von 52,9 Mrd. Euro aber in etwa das Ausschüttungsniveau des Vorjahres, das bei 53,3 Mrd. Euro lag, erreichen. Unter der Oberfläche ist allerdings ordentlich Bewegung angesagt. Bei den ehemals dividendenstarken drei großen Automobilunternehmen stottert der Motor, sie müssen nach Einschätzung der Deka ihre Ausschüttungen weiter zusammenstreichen. Zusammengenommen stehen sie nur noch für knapp 13 Prozent der Ausschüttungen und mit einer schnellen Rückkehr der Dividende ist in diesem Sektor nicht zu rechnen. Die neue Dividendenmacht im Dax sind die Finanzdienstleister. Sie sorgen seit Jahren für einen beständigen Anstieg der Dividendenzahlungen und leisten mittlerweile den größten Beitrag zum Gesamtvolumen.
Angesichts des Kursanstiegs im Dax von mehr als 50 Prozent seit Ende 2019 fällt die Rendite in Höhe von 2,5 Prozent, die sich aktuell durch die Dividende erzielen lässt, relativ bescheiden aus. Dafür ist sie aber eine stabile Konstante. Langfristig ist die vereinnahmte und wieder angelegte Dividende der Turbo für jedes Wertpapierdepot. Neben den Dividendenausschüttungen werden auch Aktienrückkäufe immer beliebter. Im Jahr 2020 gaben die Dax-Unternehmen lediglich einen Betrag von 3,8 Mrd. Euro für Aktienrückkäufe aus. In diesem Jahr dürften Rückkaufprogramme in Höhe von insgesamt rund 20 Mrd. Euro durchgeführt werden. Gemeinsam mit den Dividendenausschüttungen ergeben sich für die vergangenen Jahren massive Anstiege hinsichtlich der Partizipation der Aktionäre am Unternehmenserfolg.
Nach zwei Jahren der Stagnation dürften im Jahr 2026 wieder die Unternehmensgewinne anziehen, glauben die Deka-Analysten. Gemessen am Net Income wird derzeit ein Gewinnzuwachs von rund 17 Prozent gegenüber 2025 erwartet. Somit ist die Basis für einen positiven Dividendentrend über das Jahr 2026 hinaus gelegt. Mit spürbaren Dividendensprüngen sollte gleichwohl nicht gerechnet werden. Zum einen sind die Ausschüttungsquoten in den letzten zwei Jahren leicht angestiegen. Zum anderen dürften die Unternehmen in den kommenden Jahren auch wieder etwas mehr ihres Cash-Flows für Investitionen benötigen.



