Kreislaufwirtschaft anders gedacht: Vom Erz zur Energie 

von | 28. Jan. 2026 - 10:55 | Technologien

Rio Tinto fördert Rohstoffe und setzt sie in Form von Solarzellen zur Energieerzeugung vor Ort ein.  

Was wäre, wenn ein Bergwerk nicht nur Rohstoffe liefert, sondern mit genau diesen Rohstoffen auch seinen eigenen sauberen Strom erzeugt und die CO2-Emissionen somit senkt? 

Genau das passiert aktuell bei Rio Tinto im US-Bundesstaat Utah. Am Standort Kennecott ist kürzlich ein neues 25-Megawatt-Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Das Besondere daran: Die Solarpanels enthalten Tellur, ein kritisches Mineral, das direkt in diesem Bergwerk als Nebenprodukt der Kupferverarbeitung gewonnen wird. Der Rohstoff wird dann in Kanada zum Halbleitermaterial weiterverarbeitet, das US-Solarprimus First Solar zur Modulfertigung nutzt, wie aus einer Pressemitteilung des Bergbaugiganten hervorgeht. Hierbei handelt es sich um sogenannte Dünnschichtmodule, eine Technologie, die in den USA einen vergleichsweise hohen Marktanteil hat. Für sein Unternehmen ist das neue Kraftwerk nicht nur als Schritt auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Bergbausektor zu sehen, sondern nach den Worten des Managing Director von Rio Tinto Kennecott, Nate Forster, auch als Stärkung der Lieferketten für essenzielle Ressourcen.  

Sowohl Kupfer als auch Tellur werden von den USA als kritische Rohstoffe eingestuft. Neben Dünnschicht-Solarmodulen wird Tellur für thermoelektrische Anwendungen genutzt, verbessert als Legierungszusatz Metalle wie Stahl und Kupfer und findet außerdem Einsatz in Katalysatoren, Glas- und Keramikpigmenten sowie bei der Gummivulkanisierung. 

Photo: Airubon via Canva