Investitionen fließen in Bergbau- und Forschungsprojekte mit zwölf internationalen Partnern, darunter strategische Kooperationen für Lithium, synthetischen Graphit und Seltene Erden.
Mit einer umfassenden Initiative will Kanada seine Rolle als Produzent kritischer Mineralien stärken und die entsprechenden Wertschöpfungsketten ausbauen. Dazu wurden 30 neue Projektvereinbarungen und Kooperationsabkommen abgeschlossen, an denen insgesamt zwölf verbündete Länder und Organisationen beteiligt sind. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt umgerechnet fast neun Milliarden US-Dollar, wie das Ministerium für natürliche Ressourcen am Montag mitteilte.
Zu den angekündigten strategischen Partnerschaften gehören das Projekt der Regen Resources Recovery Corporation in Ontario zur Gewinnung von synthetischem Graphit auf einem ehemaligen Industrieareal sowie das Recyclingzentrum für Seltene Erden des kanadischen Start-ups Cyclic Materials. Teilweise wurden bereits Abnahmeverträge mit Industriepartnern unterzeichnet, etwa zwischen Frontier Lithium, das eine Lithiumverarbeitungsanlage in Ontario entwickelt, und der Energiesparte des japanischen Elektronikkonzerns Panasonic.
Darüber hinaus wurden neue Kollaborationen bekanntgegeben, etwa mit Indien, der Europäischen Union, der Europäischen Investitionsbank und Grönland.
Staatliche Fördermittel in Millionenhöhe für Forschung und Entwicklung
Tim Hodgson, Kanadas für Energie und natürliche Ressourcen, kündigte zudem staatliche Fördermittel für Forschung und Entwicklung mit internationalen Partnern in Höhe von fast 50 Millionen US-Dollar an. Davon soll unter anderem das Projekt zur Gallium-Gewinnung von Rio Tinto in Québec profitieren (wir berichteten).
Hintergrund der Investitionen ist die Critical Minerals Production Alliance, eine internationale Plattform, die von der kanadischen Regierung ins Leben gerufen wurde, um Projekte im Bereich kritischer Mineralien zu fördern. Seit ihrem Start im Juni 2025 wurden bereits insgesamt rund 13,5 Milliarden US-Dollar mobilisiert.
Die Bergbaunation Kanada ist bereits ein bedeutender Rohstoffproduzent, unter anderem von Gold, Kohle, Eisenerz, Kupfer und Nickel. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und dem Bestreben vieler Länder, ihre Abhängigkeit vor allem von China zu verringern, soll auch die Sparte der kritischen Mineralien wie Seltene Erden und Lithium ausgebaut werden. Diese Ressourcen werden für strategische Sektoren wie Energie, Hightech und Militär benötigt, die Nachfrage steigt stetig bei zunehmend begrenzter Verfügbarkeit. Kanada positioniert sich hier mit hohen Umweltstandards, Know-how und politischer Stabilität als verlässliche Alternative auf dem globalen Rohstoffmarkt.
Obwohl das Land über erhebliche Lagerstätten kritischer Rohstoffe verfügt, liefert es derzeit jedoch nur etwa zwei Prozent der weltweiten Produktion, zeigt eine Analyse (PDF) der Royal Bank of Canada. Zudem wurden in den vergangenen 25 Jahren lediglich elf Prozent des heimischen Bergbaukapitals in kritische Mineralien investiert, sodass das Land bislang hinter seinen internationalen Konkurrenten zurückbleibt.
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