Project Vault soll die heimische Industrie vor Lieferengpässen bei kritischen Rohstoffen schützen.
Die US-Regierung plant den Aufbau einer zivilen strategische Reserve für kritische Mineralien, wie Bloomberg am Montag unter Berufung auf ranghohe Regierungsvertreter berichtete. Das Programm mit dem Namen Project Vault und einem Volumen von 12 Milliarden US-Dollar soll heimische Unternehmen vor Versorgungsunterbrechungen schützen und die Importabhängigkeit von China reduzieren, das die meisten Lieferketten für kritische Rohstoffe dominiert.
Die Finanzierung setzt sich laut Bloomberg aus zehn Milliarden US-Dollar von der US-Export-Import-Bank und 1,67 Milliarden US-Dollar an privatem Kapital zusammen. Die Mittel sind zur Beschaffung und Einlagerung von Ressourcen wie Seltenen Erden gedacht, Rohstoffe, die unter anderem in den Branchen Automobile, Luft- und Raumfahrt, Technologie und Energie eingesetzt werden. Nach Angaben der Regierungsvertreter ist Project Vault als ziviles Gegenstück zur nationalen strategischen Erdölreserve (Strategic Petroleum Reserve) konzipiert und soll Unternehmen vor Preisschwankungen und plötzlichen Lieferausfällen abschirmen.
Mehr als ein Dutzend großer Industrieunternehmen hätten bereits Interesse signalisiert. Die teilnehmenden Firmen verpflichten sich, bestimmte Mengen der Rohstoffe zu festgelegten Preisen abzunehmen, die Lager- und Finanzierungskosten zu tragen und entnommene Mengen zu einem späteren Zeitpunkt zu ersetzen.
Jüngster Vorstoß zum Aufbau strategischer Rohstoffreserven in den USA
Project Vault ist der jüngste Schritt der US-Regierung, um eine aktivere Rolle in den Märkten für kritische Mineralien und bei deren Bevorratung zu übernehmen. Im Rahmen des Gesetzes One Big Beautiful Bill Act, das im vergangenen Juli vom Kongress verabschiedet wurde, werden Milliardenbeträge für rohstoffbezogene Programme bereitgestellt und die Grundlage für eine offensivere Vorratspolitik geschaffen.
Seither hat die Defense Logistics Agency, zuständig für Logistik und Versorgung der US-Streitkräfte, mit dem Wiederaufbau erschöpfter Materialbestände begonnen. Neue Elemente wurden in die strategische Reserve des Landes aufgenommen und der Ausbau von Lager- und Raffineriekapazitäten unterstützt. Zwar betreiben die USA bereits den National Defense Stockpile, doch dessen Bestände sind ausschließlich für Notfälle in nationalen Krisensituationen vorgesehen. Project Vault würde die Bevorratung nun auch in größerem Umfang für private Unternehmen öffnen.
Hinter den Maßnahmen steckt die wachsende Sorge über die Anfälligkeit der US-Lieferketten. China, weltweit führender Produzent zahlreicher kritischer Mineralien, hat seine Marktmacht in den vergangenen Jahren wiederholt durch Exportkontrollen und Ausfuhrverbote demonstriert. Eine Studie des US Geological Survey, die zusammen mit der jüngsten Liste kritischer Mineralien veröffentlicht wurde, warnt vor Schäden in Milliardenhöhe für die US-Wirtschaft durch Lieferunterbrechungen – ein weiteres Argument für den Ausbau strategischer Vorräte und stärkere staatliche Eingriffe.
Photo: Karola G, kostab via Canva, Montage Rohstoff.net



