VHM: Australisches Bergbauunternehmen kündigt Abnahmevertrag mit China

von | 12. Jan. 2026 - 10:42 | Wirtschaft

Geplant war der Verkauf von Seltenen Erden, Zirkon und Titan an den chinesischen Konzern Shenghe Resources.

Das australische Bergbauunternehmen VHM hat seinen Abnahmevertrag mit dem chinesischen Konzern Shenghe Resources gekündigt (PDF). Ursprünglich war vorgesehen, rund 60 Prozent der Jahresproduktion des Goschen-Projekts im südöstlichen Bundesstaat Victoria an Shenghe zu verkaufen (wir berichteten). Dort soll bis Ende 2027 der Abbau von Seltenen Erden, Zirkon und Titan beginnen.

Als Begründung nennt VHM, dass mehrere vertragliche Voraussetzungen nicht erfüllt worden seien. Mit der Kündigung könne nun ein größerer Kreis potenzieller Käufer angesprochen werden, denn die weltweite Nachfrage steige insbesondere außerhalb Chinas. Hintergrund könnten auch die kürzlich bekanntgewordenen Pläne der australischen Regierung sein, heimische Rohstoffprojekte durch Preisgarantien zu unterstützen.

Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen streben immer mehr Länder eine größere Autonomie von Rohstoffgigant China an. Die Volksrepublik fördert und verarbeitet nicht nur kritischen Mineralien im eigenen Land, sondern ist auch stark in internationale Lieferketten investiert. In diesem Kontext haben bereits andere Bergbauunternehmen ihre Strategien angepasst und Kooperationen mit chinesischen Partnern beendet oder geändert. So etwa der brasilianische Seltenerdproduzent Serra Verde, der jüngst Abnahmeverträge mit chinesischen Unternehmen verkürzt hat, um stattdessen mehr westliche Kunden zu beliefern. Im Falle des kanadischen Seltenerdproduzenten Vital Metals hat sogar der Staat den geplanten Verkauf von Rohmaterial nach China gestoppt, um die Ressourcen im eigenen Land aufzubereiten.

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