Pentagon investiert in heimische Germanium-Produktion

von | 30. Jan. 2026 - 08:45 | Politik

Kanadischer Hersteller von Spezialhalbleitern erhält 18 Millionen Dollar für den Ausbau seiner Raffineriekapazitäten in den USA.

Das US-Verteidigungsministerium will die heimische Produktion des kritischen Rohstoffs Germanium ausbauen. Am Donnerstag wurde eine Investition von über 18 Millionen US-Dollar in 5N Plus Inc. (5N+), einen kanadischen Hersteller von Spezialhalbleitern und Hochleistungswerkstoffen, bekanntgegeben. Mit den Mitteln sollen die Raffineriekapazitäten in der Produktionsstätte des Unternehmens im US-Bundesstaat Utah deutlich ausgeweitet werden – auf mehr als 20 Tonnen pro Jahr, was einer Ver­siebenfachung entspricht. Die Förderung unterstützt zudem die Pläne von 5N+, Germanium künftig auch aus bislang wenig genutzten oder unerschlossenen inländischen Quellen zu beziehen.

Die Investition wurde bereits am 15. Dezember getätigt, die Bekanntgabe verzögerte sich jedoch dem Ministerium zufolge wegen des Regierungsstillstands („Shutdown“) im vergangenen Jahr.

Germanium: Kritisch für Militärtechnik, hohe Importabhängigkeit von China

Germanium hat neben zivilen Anwendungen auch eine hohe Relevanz für die Militärindustrie, etwa in Infrarotoptiken und Nachtsichtsystemen sowie in Solarzellen zur Energieversorgung von Satelliten. Diese Lieferketten sollen durch die Fördermittel für 5N+ gestärkt werden.

Die USA sind bei Germanium stark von Importen aus China abhängig. Zwischenzeitlich hatte das Land den Export in die Vereinigten Staaten sogar untersagt. Schon vor dem offiziellen Ausfuhrverbot gingen laut Daten der chinesischen Zollverwaltung jedoch nur noch geringe Mengen in die USA.

Hintergrund der jetzt bekanntgegeben Investition ist eine Executive Order von US-Präsident Donald Trump von März (wir berichteten). Diese soll die heimische Produktion kritischer Mineralien und daraus hergestellter Güter beschleunigen und die Importabhängigkeit von China reduzieren. Im Rahmen dieser Strategie hat das Pentagon bereits mehrere Schritte unternommen, für Schlagzeilen sorgte vor allem der Einstieg in den größten US-Seltenerdproduzenten MP Materials.

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