Der Inselstaat will die heimischen Verarbeitungskapazitäten ausbauen und sucht dafür nach Rohmaterialien.
Taiwan will Regierungsvertreter in die USA entsenden, um dortige Vorkommen Seltener Erden zu untersuchen. Dies sei Teil einer nationalen Strategie, um kritische Mineralien zu sichern und die heimische Lieferkette zu stärken, zitiert Reuters Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin.
Die Mission, durchgeführt von Taiwans Geologischem Dienst und der Bergbauverwaltungsbehörde, soll erkunden, ob die US-Seltenerdressourcen den Anforderungen von Taiwans Industriesektor entsprechen. Der Inselstaat beherbergt eine der fortschrittlichsten Halbleiterindustrien der Welt, hier werden Seltene Erden beispielsweise für die Politur von Wafern oder für dotiertes Glas verwendet.
In Taiwan selbst werden die kritischen Rohstoffe nicht abgebaut, künftig soll jedoch importiertes Material auf der Insel verarbeitet werden. Erst kürzlich wurde angekündigt, innerhalb von drei Jahren eine entsprechende Pilotanlage zu bauen. Eine hochskalierte Version könnte laut Regierungsvertretern etwa 50 Prozent des inländischen Bedarfs decken. Die Initiative hat das Interesse der USA auf sich gezogen, die ihre Lieferketten für kritische Mineralien unabhängiger von China gestalten wollen.
Laut dem U.S. Geological Survey sind Taiwans eigene Rohstoffressourcen begrenzt, und der Bergbau beschäftigt nur etwa 1.000 Menschen. In der Vergangenheit hat die Republik daher auf importierte Ressourcen zurückgegriffen, die als Basis für Stahl, Erdölprodukte und andere Materialien dienten, was den Verarbeitungssektor weitaus bedeutender macht als die Bergbauförderung.
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