Biolaugung: Mikroorganismen helfen bei der Metallgewinnung

von | 10. Jul 2024 - 14:59 | Technologien

TU Bergakademie Freiberg auf dem Weg zum emissionsfreien Abbau von Kupfer, Indium und Zink.

Ein Forscherteam der TU Bergakademie Freiberg entwickelt abseits des konventionellen Bergbaus neue Verfahren zur Gewinnung von Kupfer, Indium und Zink – mit Hilfe von Mikroorganismen. Das als Biolaugung bezeichnete Konzept ist bereits bekannt, aber durch die Kombination zweier Verfahren konnte in diesem Fall etwas Neuartiges geschaffen werden. In einer Umgebung mit niedrigem pH-Wert setzen die Forscher Mikroorganismen ein, um die Metalle aus unlöslichen Sulfiden herauslösen. Anschließend filtert eine neu entwickelte Membran die Rohstoffe aus dem Prozesswasser. Den Forschern zufolge weist die Methode einen niedrigeren Emissionsausstoß auf und erfordert einen geringeren Energieeinsatz, verglichen mit traditionellen Bergbau- und Pyrometallurgieverfahren.

Das Projekt ist Teil des Forschungsprojekts XTRACT, das einen emissionsfreien Bergbau und Ressourcenschonung zum Ziel hat sowie Technologien zur Unterstützung der EU-entwickeln will. XTRACT ist Teil der EU-weiten Forschungsinitiative Horizon Europe mit einem Budget von 95,5 Milliarden Euro.

Gemeinsam mit den anderen Projektpartnern will die TU Bergakademie Freiberg das Verfahren in mehreren Bergwerken in Europa testen. Ob und wann die Methode für einen breiteren Einsatz bereit sein könnte, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.

Biolaugung – ein Konzept, das Bergbau und Recycling revolutionieren soll

Die TU Bergakademie Freiberg befasst sich bereits seit Jahren mit der Biolaugung. In einem Vorhaben sollen Abwässer aus Bergwerken gefiltert und dabei wertvolle Rohstoffe extrahiert werden, ebenfalls mit Hilfe von Mikroorganismen. In einem anderen Projekt werden Bakterien eingesetzt, um umweltfreundliche und kostengünstige Methoden zur Gewinnung des Technologiemetalls Indium zu finden. Auch an anderen Forschungseinrichtungen wird die Wirksamkeit der Biolaugung im Bergbau untersucht, Wissenschaftler der Universität Nottingham und der Technischen Universität Dänemark etwa wollen die Bakterien zum „Abbau“ von Rohstoffen aus Elektroschrott nutzen.

Photo: Hangela via Canva

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